Historische Steuerreform in Indien: GST-Bill

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Bislang stellte das indische Steuerrecht eher einen Irrgarten voller Abzweigungen und Sackgassen dar. Doch um endlich einheitliche Abgaben zu schaffen, verabschiedete das indische Parlament nun eine bedeutsame Reform in Bezug auf die landesweiten Steuern auf Waren und Dienstleistungen.

Steuerreform birgt große Hoffnung für das Wirtschaftsland

Nach einem zehnjährigen Streit über das Steuerrecht gelang es dem Parlament in Neu Delhi, den Weg für einen hoffnungsvollen Wirtschaftsraum in Indien zu ebnen: GST-Bill (Goods and Services Tax Bill) – ist das Kürzel für die neue, landesweite Steuer auf Waren und Dienstleistungen. Eine Reform, von der sich Indien viel verspricht:

✔ So soll endgültig Schluss sein mit dem Chaos aus zentralstaatlichen sowie lokalen Abgaben, damit ein einheitlicher Markt innerhalb des asiatischen Subkontinents geschaffen werden kann.

✔ Lediglich die Steuer auf Alkohol ist von der Reform ausgenommen.

✔ Sinkende Produktionskosten – so hofft der Finanzminister Arun Jaitly – werden die Wirtschaft ankurbeln.

✔ Auch Gütertransporte, die über die Landesgrenzen hinausgehen, sollen in Zukunft günstiger durchführbar sein.

Vom Entwurf zur Reform

Schon im Jahr 2015 passierte der Gesetzentwurf zur GST-Bill das Unterhaus, doch damals fehlte dem Oberhaus die notwendige Zweidrittelmehrheit, um das Gesetz in Kraft treten zu lassen. Erst Kompromisse mit der Opposition führten dazu, dass diese ihre Einwände zurücknahm und dem Entwurf zustimmte.

Indiens 29 Bundesstaaten müssen der Reform ebenfalls ihre Zustimmung erteilen, wobei sie dann auf ihre Besteuerungshoheit verzichten. Höhe und Umfang der neuen Steuer wird dann gemeinsam von ihnen und dem Parlament bestimmt.

Wenn es nach dem Willen der Regierung geht, so dürfte die Reform bis spätestens April 2017 – und damit zu Anfang des kommenden Steuerjahres – volle Wirkung entfalten.

Reform bringt große Resonanz hervor

Weltweit berichteten die Medien über die hoffnungstragende Steuerreform in Indien. Auch bekannte Größen der indischen Filmindustrie äußerten sich über soziale Medien. So postet beispielsweise Shah Rukh Khan:

“Notwithstanding my limited knowledge of Financial stuff ,the ‪#‎GSTBill‬ is an awesome advancement for our country’s potential. Congrats to us.“

Übersetzt:

„Abgesehen von meiner begrenzten Kenntnis in finanziellen Dingen, stellt die #GSTBill einen fantastischen Fortschritt für das Potenzial unseres Landes dar. Gratulation an uns.“

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