Ist Diwali wirklich wie Weihnachten?

0

Endlich Weihnachten! Die Augen der Kinder strahlen mit den Lichtern am Tannenbaum um die Wette, die Räume sind erfüllt vom Duft des Weihnachtsbratens, die Luft knistert vor Spannung … Weihnachten steht für Frieden und Liebe, für Familie und Freunde, für eine Zeit der Besinnung, eine Zeit der Ruhe.

Weihnachten gibt es auch in Indien. Das Christentum ist nach dem Hinduismus und dem Islam die drittgrößte Religion: Christen machen etwa 2,3 % der indischen Bevölkerung aus. Die Hindus hingegen feiern Diwali – ein Fest der Lichter, das gerne mit Weihnachten gleichgesetzt wird. Doch ist Diwali wirklich wie Weihnachten? Was genau bedeutet dieses Fest, was wird gefeiert?

✔ Ja, Diwali ist wie Weihnachten!

Der Eindruck, Diwali sei wie Weihnachten, entsteht überwiegend durch die vielen Lichter und Kerzen sowie durch die geschmückten Häuser, Geschäfte und Straßen. Wer sich Fotos des Diwali-Festes ansieht, wird unwillkürlich an Weihnachten erinnert. Doch es gibt weitere Parallelen:

Divali oder Diwali (Hindi „Anordnung von Lichtern“) bzw. Deepawali oder Dipavali (Hindi „Weg des Lichts“) ist wie Weihnachten ein mehrtägiges und religiöses Fest, das von Hindus weltweit gefeiert wird. In bester Kleidung wird noch vor dem leckeren Festschmaus und den Süßigkeiten ein Tempel besucht, danach folgt die fröhliche Feier im Kreise der Familie und guter Freunde.

✘ Nein, Diwali ist nicht wie Weihnachten!

Diwali findet nicht im Dezember statt, sondern es beginnt am 15. Tag des Hindumonats Kartik, d.h. Ende Oktober bis Anfang November. Laut Hindu-Kalender beginnt mit Diwali das indische Neujahr, welches schon Tage vorher mit Knallfröschen und Feuerwerk begrüßt wird.

Das Fest steht für den Sieg des Lichtes über die Dunkelheit, das Gute überwältigt das Böse. Doch es sind mehrere Legenden und Bräuche, die sich um Diwali ranken:

  • An Diwali werden alte Lampen weggeworfen und durch neue ersetzt. Diese sollen den Toten helfen, ihren Weg in den Himmel zu finden.
  • Feier der Krönung des Prinzen Rama: Nach 14 Jahren der Verbannung in den Dschungel kehrte Rama mit seiner Frau Sita und seinem Bruder Lakshmana zurück, um den Dämon Ravana zu besiegen. Die Menschen zündeten Lichter an, die ihnen den dunklen Weg erleichtern sollten. Um Rama zu preisen, wird dieser Brauch vor allem im Norden Indiens auch heute noch fortgesetzt.
  • Im Süden gilt diese Verehrung eher dem Gott Krishna, der 16.000 Frauen aus der Gefangenschaft eines Dämons befreit haben soll.
  • Die Hindus verehren die Göttin Lakshmi und beten dafür, dass es ihnen in Zukunft finanziell gut ergeht. Da die Göttin nur Häuser besucht, die hell erleuchtet sind, stellen die Menschen Kerzen oder Öllampen in die Fenster und schmücken ihre Wohnungen mit Blumen und Papierketten.

Fazit

Diwali ist eine Zeit des Friedens und eine Zeit der Hoffnung, in der Menschen über sich hinauswachsen. Vielleicht sind es Tage der Wunder – wie unsere Weihnachtsfeiertage.

… zur Autorin

Share.