Kabaddi – uralter und atemberaubender Team-Ringkampf

0

Seit bereits vier Jahrtausenden betreiben die Länder Südasiens mit ungebrochener Begeisterung einen in Europa noch recht unbekannten Wettkampfsport: Kabaddi (Hindi  कबड्डी „Luft anhalten“).

Diese besondere Form des Ringkampfes ist nicht nur in der indischen sowie pakistanischen Kultur fest verankert, sondern seit 1990 auch Teil der Asian Games.

Es laufen Bemühungen, Kabaddi als olympische Disziplin einzuführen – sollte dies gelingen, wird Kabaddi schon bald weltweite Anerkennung und weitere begeisterte Anhänger finden.

✔ Seit 1921 folgt Kabaddi festen Turnier-Regeln

Die Bezeichnung Kabaddi entwickelte sich aus den tamilischen Worten „kai“ für „Hand“ sowie „pidi“ für „fangen“ und könnte somit mit „Haltende Hände“ übersetzt werden.

Zwei Teams besetzen sich gegenüberliegende Hälften eines viereckigen oder auch kreisrunden Spielfeldes. Im internationalen Kabaddi-Wettkampf bestehen diese Teams aus jeweils sieben Spielern und drei Reservespielern. Die gesamte Spielfläche umfasst bei den Männern 10m x 13m und bei den Frauen 8m x 12m.

Immer abwechselnd entsendet ein Team einen „Räuber“ in das gegnerische Feld. Sobald dieser Räuber aus dem eigenen Spielbereich heraustritt, hat er den Atem bis zu seiner Rückkehr anzuhalten und in einem unaufhörlichen Singsang das Wort „Kabaddi“ zu wiederholen. Seine Aufgabe besteht ferner darin, einen der Gegner aus der sich an den Händen haltenden Kette der „Stopper“ bzw. „Verteidiger“ zu berühren und umgehend zum eigenen Team zurückzukehren.

Der Haken: Die Stopper werden nun versuchen, den Räuber von seiner erfolgreichen Rückkehr abzuhalten. Sie treiben ihn, fangen ihn, ringen mit ihm, halten ihn auf, bis er wieder Atem holen muss. Schafft der Räuber es nicht, rechtzeitig ins eigene Feld zurück zu gelangen, so muss er das Spielfeld verlassen und der Punkt geht an das verteidigende Team.

Der Räuber gerät ins Aus, wenn er eine der Grenzlinien des Spielfeldes übertritt oder mit seinem Körper den Boden außerhalb der Spielgrenze berührt. Schafft es ein Team, das komplette Team der Gegenseite ins Aus zu bringen, so erhält es zwei Zusatzpunkte, die „Lona“ genannt werden. Am Ende gewinnt das Team mit der höchsten Punktzahl.

Das Spiel währt insgesamt über zweimal zwanzig Minuten bei fünfminütiger Unterbrechung, um die Seiten zu wechseln.

Dies ist allerdings nur eine Form des Kabaddi-Ringkampfes. Weitere Varianten, z.B. namens „Amar“, „Sanjeevni“ oder „Gaminee“, unterscheiden sich hinsichtlich Teamstärke und Aus-Regelungen. So muss der berührte Stopper in manchen Spielweisen das Feld verlassen, andere Regeln erlauben nur ihm, den Räuber aufzuhalten.

✔ Geschichte und Entwicklung

Kabaddi entstand vor rund 4.000 Jahren vermutlich als Training der Selbst- und Gruppenverteidigung. Es gibt Überlieferungen, nach denen sogar schon Buddha begeisterter Kabaddi-Spieler gewesen sein soll.

Seit 1921 folgt Kabaddi ersten festen Regeln. Doch erst im Jahre 1950 entstand die All India Kabaddi Federation, die auch allgemein anerkannte Grundregeln für diese Ringkampfart festlegte. 1973 wurde die Amateur Kabaddi Federation of India (AKFI) gegründet, welche die bisherigen Regeln neu formulierte. Im Jahre 1978 folgte die Asian Amateur Kabaddi Federation (AAKF). Während der ersten Weltmeisterschaft in Mumbai, Indien, im Jahre 2004 formierte sich die International Kabaddi Federation (IKF). Die erste Frauenmeisterschaft Asiens fand 2005 in Hyderabad, Indien, statt.

Inzwischen werden regelmäßige Weltmeisterschaften veranstaltet, an denen neben Indien und Pakistan auch Spieler – häufig indischer Herkunft – aus Thailand, Japan und Iran sowie aus Großbritannien oder Italien teilnehmen. Zudem ist Kabaddi fester Bestandteil der Asian Games.

Zukunftsvision: die olympischen Spiele …

Share.