Sakshi Malik – die neue Heldin Indiens

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Sakshi Malik – Indiens erste Medaillen-Gewinnerin bei den Olympischen Spielen in Rio – wurde bei ihrer Rückkehr aus Brasilien wie eine Heldin empfangen.

Die Bronzemedaillen-Gewinnerin im Ringen landete am frühen Mittwochmorgen inmitten einer Horde von Menschen, die hofften, einen Blick auf das Mädchen werfen zu können. Sie wurde mit ihrem Platz auf dem Podest quasi über Nacht zu einer indischen Sensation: Kaum dass die 23-Jährige aus den Ankunftsgates des Indira Gandhi International Airports heraustrat, kam es zu einem kollektiven Rufen in der wartenden Menge – darunter auch die stolzen Eltern des Mädchens. Wahrscheinlich überrascht von der großen Beteiligung zeigte Sakshi Malik ihre wohlverdiente Bronzemedaille, während sie dem Publikum zuwinkte.

„Ich möchte allen für diesen herzlichen Empfang danken. Ich bin so glücklich, so viele Menschen für mich jubeln zu sehen. Ich danke auch all denen, die für mich gebetet und mir damit geholfen haben, diese Medaille für mein Land zu gewinnen“, erklärte Sakshi nach ihrer Ankunft. „Es war mein Traum, eine olympische Medaille zu gewinnen – und ich habe wirklich hart dafür gearbeitet. Jetzt, nachdem ich sie gewonnen habe, erscheint es mir so, als ob ich meinen Traum leben dürfte“, fügte sie hinzu.

Das Mädchen aus Rohtak konnte ihre Gefühle nicht mehr verbergen, als sie ihre Familie sah – ebenso wenig gelang es ihren Eltern: „Als ich meinen Vater umarmte und ihm meine Medaille zeigte, rollten Tränen über seine Wangen. Meine Familie war sehr emotional und sie waren sehr glücklich, mich zu sehen“, sagte sie.

Sakshi bedankte sich auch bei den bekannteren Ringerinnen des Landes, z. B. Geeta Kumari, unter deren Schatten Sakshi in der 58 kg Kategorie stets gekämpft hatte: „Nachdem sie die erste Ringerin wurde, die sich für die Olympischen Spiele qualifiziert hatte, dachte ich, dass ich das auch schaffen könnte. Ich fragte mich, warum sollte es nur eine Klasse geben, wenn sich auch mehr Frauen verschiedener Kategorien qualifizieren können. Sie hat mich inspiriert und viel zu meinem Erfolg beigetragen. Auch Sushil Kumar und Yogeshwar Dutt haben mich sehr inspiriert – ich lernte viel von ihnen“, sagte die Medaillengewinnerin.

Das Sahnehäubchen auf dem Kuchen – so erklärte das Mädchen, das am 29. August mit der renommierten Rajiv Gandhi Khel Ratna Auszeichnung belohnt werden soll – war das Tragen der Nationalflagge bei der Abschlusszeremonie: „Ich hatte immer nur daran gedacht, eine olympische Medaille zu gewinnen. Aber auch Fahnenträger für mein Land sein zu dürfen, war einfach unglaublich. Ein stolzer Moment für mich – ich wurde ausgewählt, die Fahne für mein Land zu tragen!“

Weiterhin rosige Aussichten für Sakshi Malik

Nach einer Zeremonie, bei dem sie von verschiedenen Ministern begrüßt wurde, reiste Sakshi nach Bahadurgarh im Jhajjar Bezirk Haryana, wo sie durch den staatlichen Hauptminister Manohar Lal Khattar empfangen wurde. Bei einer weiteren Zeremonie wurde ihr ein Scheck in Höhe von umgerechnet über 330.000 EUR überreicht. Darüber hinaus wurde sie zur Markenbotschafterin für das Beti Padhao Beti Bachao Programm ernannt.

„Manchmal sagten die Leute, dass sie ein Mädchen sei und dieses Ringen nicht gut für sie wäre“, erinnerte sich Sakshis Vater Sukhbir Malik. „Doch nachdem meine Tochter im Jahr 2010 eine Medaille bei einer Veranstaltung in Russland und später eine Asien-Meisterschaft und die Commonwealth-Spiele gewonnen hatte, wollte plötzlich jeder wie Sakshi sein und erreichen, was sie erreicht hatte.“

Anschließend machte Sakshi sich auf den Weg in Richtung Heimat, legte jedoch noch einen Zwischenstopp im Dorf Ismaila ein, um ihren Onkel mütterlicherseits zu besuchen. Auch dort wurde sie mit Girlanden und von tanzenden Schulkindern begrüßt, als sie in einem offenen Bus anreiste. Es war der Tag eines Champions – und sie hat sicherlich jede Minute der Lobpreisung verdient, die ihren Weg gestreift hat!

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