Schockbilder lenken die Aufmerksamkeit auf Kaschmir

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Eine pakistanische Gruppe veröffentlichte Bilder indischer Bekanntheiten, denen per Photoshop Wunden von Luftgewehren zugefügt wurden: von Kajol Devgn über Shah Rukh Khan und Hrithik Roshan bis hin zu Amitabh Bachchan sind alle dabei!

Die viralen Bilder sollen auf zerstörte Leben der Opfer in Kaschmir aufmerksam machen.

Die pakistanische Gruppe Never Forget Pakistan startete eine provokante Schock-Kampagne unter dem Motto: „Was, wenn du das Opfer gekannt hättest?“ im Zuge der jüngsten Unruhen in Kaschmir, die nach der Tötung von Burhan Muzaffar Wani, Kommandant der separistischen Gruppe Hizbul Mujahideen, am 8. Juli ausgebrochen waren.

Obwohl die Ausgangssperre inzwischen von dem gesamten Gebiet – außer der Stadt Anantnag – aufgehoben wurde, erhielt die Online Kampagne von dem pakistanischen Anwalt und Aktivisten Mohammed Jibran Nasir mit den Künstlern Batool Aqeel und Murtaza Abbas sehr viel Aufmerksamkeit. Um den Gebrauch von Schrotwaffen durch die Sicherheitskräfte gegen Demonstranten zu thematisieren, entstand eine Serie photogeshopter Bilder großer Berühmtheiten mit Verletzungen durch Luftgewehre – dazu die Details der tragischen Geschichten von Zivilpersonen, die die Auswirkungen der nicht-tödlichen Waffen zu spüren bekamen.

Im Fotoalbum befinden sich Bilder von z. B. Amitabh Bachchan, Aishwarya Rai-Bachchan, Shah Rukh Khan, Kajol, Alia Bhatt, Hrithik Roshan, Saif Ali Khan, Sonia Gandhi und sogar auch Mark Zuckerberg, CEO von Facebook. Zu finden unter den Hashtags:

● #IndiaCantSee
● #LetKashmirDecide
● #NeverForgetPK
● #KashmirKillings

Zu den Gründen dieser Kampagne schreiben die Macher: „Wir leiden unter keinem unangebrachten Nationalismus. Wir sprechen uns gegen jeden Missbrauch aus – sei es nun durch den Staat oder die Regierung, einschließlich unserer eigenen. Die Geschichten in den Briefen sind real. Die Namen, die diese Briefe unterzeichnen, sind real. Allein das Opfer, das auf dem jeweiligen Bild zu sehen ist, ist nicht real. Warum müssen wir denn erst eine Tragödie glorifizieren, damit sie die Aufmerksamkeit der Menschen erhält? Sind wir alle taub geworden?“

Im Gespräch mit BuzzFeed erklärte Nasir: „Wir sind nur Verstärker. Die Stimmen, die wir hervorheben, sind die Stimmen des Volkes von Kaschmir. Wir sind froh über die positiven Rückmeldungen der Kaschmiris und wenn wir ihrer Stärke nur einen kleinen Funken hinzufügen können, betrachten wir unsere Arbeit als getan.“

Was, wenn Aishwarya Rai Bachchan aus Kaschmir wäre …

“Liebe Aishwarya, ich habe erfahren, dass Sie von den CRPF angeschossen wurden, als Sie Ihre vierjährige Tochter Aaradhya retten wollten. Ich habe in meinem Leben in Kaschmir schon viel gesehen, doch ich hätte nicht gedacht, dass sie versuchen könnten, auf eine Vierjährige zu schießen. Doch sie schossen auf meine. Zuhra glaubt noch immer, sie wäre von Feuerkrachern der Polizei verletzt worden. Sie ist zu jung, um zu begreifen, was Gewehre und Bomben sind und warum sie gegen unbewaffnete Menschen eingesetzt werden. Vielleicht, wenn Mütter in Indien ihre Stimme für die Kinder anderer erheben würden, könnte auch ihre Welt sicher bleiben.“ (Naseema Jan, Kaschmir)

Was, wenn Shah Rukh Khan aus Kaschmir wäre …

“Lieber Shah Rukh, es ist eine Tragödie, was die Indische Armee Ihnen angetan hat. Sie waren nicht mal bei den Demonstranten dabei, doch sie haben die Macht, auf jeden zu schießen, der ihnen verdächtig erscheint. Sie genießen vollständige Immunität. Ich kann mit Ihrer Familie mitfühlen. Mein Bruder Hamid durchlitt dieselbe Brutalität. Er war den ganzen Tag in der Schule, dann hörten wir, dass er von Schrotkugeln verletzt wurde. Als wir sein Gesicht sahen, konnten wir ihn kaum wiedererkennen. Es war nur noch eine Masse aus Fleisch und Blut. Hamid kämpft mit seinem Trauma und wir kämpfen damit, ihm erklären zu müssen, warum jemand eine solche Behandlung verdient. Hoffentlich können Sie den Mut aufbringen, für die Menschen von Kaschmir zu sprechen, wenn Sie das nächste Mal einen Armee Offizier spielen.“ (Junaid Nazir, Kaschmir)

Was, wenn Amitabh Bachchan aus Kaschmir wäre …

”Lieber Amit Ji, es tut mir sehr leid, von Ihren Verletzungen zu erfahren. Sie hätten sich nicht in das Geschäft der CRPF einmischen dürfen. Mein Sohn Gowhar Nazir hat denselben Fehler begangen. Er hat das Haus verlassen, um Milch zu holen, als er einen behinderten Jungen sah, der von der CRPF misshandelt wurde. Er versuchte, den Jungen zu retten. Gowhar war unbewaffnet, dennoch schossen sie mit diesen nicht-tödlichen Waffen auf ihn. Und doch töteten sie ihn. Meine Mutter starb an dem Schock, den sie erlitt, als sie von seinem Tod erfuhr. Bleiben Sie still, bleiben Sie am Leben. Sie haben noch die Möglichkeit, Ihr Alter mit Ihren Kindern und Enkelkindern zu genießen.“ (Nazir Ahmad Dar, Kaschmir)

Was, wenn Alia Bhatt aus Kaschmir wäre …

Liebe Alia, ich habe gehört, Sie liegen auf der Station neben meiner. Ich bin so ein großer Fan, aber jetzt möchte ich Sie nicht belästigen. Erholen Sie sich und versuchen Sie, Stress zu vermeiden. Ich weiß, Sie müssen ängstlich sein. Sie werden sich fragen, warum man auf Sie zielte, obwohl Sie nichts getan haben. Auf mich wurde auch geschossen, als ich auf der Veranda spielte. Auch mein Abba war verwirrt. Er fragte, warum auf mich gezielt wurde, obwohl ich doch gar kein Separatist, sondern gerade mal 14 Jahre alt bin. Er bekam keine Antwort. Ich schätze, solange die Welt schweigt, finden die Gräueltaten kein Ende. Wir müssen also stark füreinander sein. Wenn Sie jemanden zum Sprechen brauchen, bin ich da.“ (Insha Mushtaq, Kaschmir)

Was, wenn Saif Ali Khan aus Kaschmir wäre …

Lieber Saif, ich habe gehört, dass Sie in dasselbe Krankenhaus eingeliefert wurden. Ich kann leider nicht kommen, um Sie zu treffen, da ich gerade am Bauch operiert wurde und mein rechtes Auge noch operiert werden muss. Ich sah Ihren Film Phantom. Er zeigte, dass die Indische Armee gegen Terror ist. Warum also haben sie auf mich geschossen? Ich bin gar nicht so groß oder so erschreckend. Ich bin doch erst 11 und stand draußen vor meinem Zuhause. Sie kamen zu mir, bauten sich vor mir auf und schossen mir dreimal in mein rechtes Auge. Wenn in der Indischen Armee also keine Terroristen sind, warum habe ich dann solche Angst vor ihnen?“ (Umar Nazir, Kaschmir)

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